Der Standort Bad Dürrheim

Das Mutterhaus der Luisenklinik

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ADRESSE


LUISENKLINIK – ZENTRUM FÜR VERHALTENSMEDIZIN
Luisenstr. 56, 78073 Bad Dürrheim
Telefon: 07726 9390-0

Heranwachsende junge Menschen sind zahlreichen, diese Lebensphase kennzeichnenden biologischen, seelischen und sozialen Veränderungen ausgesetzt. In dieser sensiblen Lebensphase durchlaufen sie vielfältige Entwicklungen in einem mehr oder weniger hohen Tempo. Es bedarf einer aktiven Anpassungsleistung, diesen vielfältigen Entwicklungsanforderungen in gesundheitsfördernder Weise Rechnung tragen zu können. Wenn nun dem Jugendlichen nicht genügend Bewältigungs- und Anpassungsstrategien zur Verfügung stehen und die lebensphasentypischen Aufgaben und Herausforderungen als Überforderung erlebt werden, können sich psychische und psychosomatische Symptome als Ausdruck einer unzureichenden Bewältigung entwickeln und ausbilden. Kindern und Jugendlichen zu helfen, mit ihren Schwierigkeiten und Belastungen fertig zu werden ist ein Ziel der Rehabilitationsbehandlung in unserer Klinik.


Behandlungs- konzept

Angesichts der entwicklungsbiologischen und -psychologischen Besonderheiten dieser Altersgruppe unterscheidet sich dieser Behandlungsschwerpunkt von seiner therapeutischen Zielsetzung und seinen organisatorischen Abläufen von den übrigen Rehabilitationsangeboten im Erwachsenenbereich der Luisenklinik. Die Besonderheiten dieses Behandlungsschwerpunktes werden nachstehend dargestellt.

Zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen stehen im Rahmen dieses Behandlungsbereiches spezifische therapeutische Bausteine zur Verfügung. In einer am Anfang jeder Behandlung stehenden diagnostischen Maßnahme werden eine sorgfältige Verhaltens- und Bedingungsanalyse sowie eine fundierte Entwicklungsdiagnostik erstellt. Darüber hinaus sind die Informationen der wichtigsten Bezugspersonen ein wesentlicher Bestandteil. Aus den gesammelten Informationen wird mit dem Kind und Jugendlichen zusammen ein individuelles, spezifisches Störungsmodell entwickelt, welches nachvollziehbar die Beschwerden und deren Entstehung in einem engen Zusammenhang mit der derzeitigen Lebenssituation, den bestehenden Konflikten, Krisen, Anforderungen und Veränderungen, sowie den bisher gesammelten Lernerfahrungen darstellt. Auf dieser Basis werden mit dem Jugendlichen die konkreten therapeutischen Zielsetzungen erarbeitet. Die Therapeuten erstellen danach den Behandlungsplan.

Die therapeutischen Zielsetzungen können im Einzelnen sein:

  1. Schaffung von Problembewusstsein und Therapieeigenmotivation
  2. Abbau von symptomatischem Verhalten
  3. Aufbau psychosozialer Kompetenzen und selbstverantwortlicher Verhaltensweisen
  4. Selbstwertstabilisierung und Entwicklung eines entwicklungsfördernden Wertesystems
  5. Auseinandersetzung mit der körperlichen Reifung und Akzeptanz des eigenen Körpers
  6. Entwicklung aktiver Bewältigungsstrategien in Bezug auf die als krisenhaft erlebten Veränderungen bzw. Anforderungen
  7. Entwicklung einer realistischen schulischen bzw. beruflichen Perspektive im Kontext der individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten

Therapieangebot

Das therapeutische Angebot umfasst Einzelpsychotherapie, Co-therapeutische Betreuung (z. B. Anleitung zur Tagesstruktur, Übung zur Symptomreduktion und Rollenspiele), regelmäßige therapeutische Miteinbeziehung der wichtigsten Bezugspersonen und der Familie, Gruppenpsychotherapie und Entspannungsverfahren. Hinzu kommt ein umfangreiches Angebot an Musik- und Kunsttherapie, Ergotherapie, therapeutisch geleitete Freizeitaktivitäten, sowie Sport- und Fitnessprogramme. Einen hohen Stellenwert hat die individuelle soziotherapeutische Beratung mit Entwicklung einer realistischen, schulischen und/oder beruflichen Perspektive, funktionsbezogene Therapie mit handwerklich- und lebenspraktisch-orientierten Angeboten und die Sozialberatung.


Indikationsbereich

Unser Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche mit weniger ausgeprägten Problemen, die keinen engen verhaltens-therapeutischen Rahmen benötigen. Eine Aufnahme ist ohne Begleitung ab 12 Jahren möglich. Jüngere Kinder werden in der Regel von einem Elternteil begleitet.

Die Rehabilitation konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:

  1. Psychische Symptomatiken (z.B. Ängste, Depressionen)
  2. Psychosomatische Störungen und funktionelle Störungen sämtlicher Organsysteme (Essstörungen, Schlafstörungen, chronische Schmerzsyndrome, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Asthma bronchiale, Kopfschmerzsyndrome)
  3. Entwicklungsbedingte Reifungskrisen
  4. Psychische Störungen bei chronisch körperlichen Erkrankungen (z.B. bei Stoffwechselstörungen und Anfallsleiden)
  5. Psychische Anpassungsstörungen nach außergewöhnlichen Belastungen (z.B. Verlustereignis, Unfallereignis)
  6. Psychische und Verhaltensstörungen bei Lern- und Leistungsstörungen

Besonderheiten

Klinikschule

Die Klinikschule der Luisenklinik ist Teil des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ) für Schüler in längerer Krankenhausbehandlung. In der Luisenklinik werden Unterrichtsangebote sämtlicher Schularten (Hauptschule, Realschule, allgemeinbildende und berufsbildende Gymnasien) sowohl in Einzel- als auch Kleingruppenunterricht in allen relevanten Fächern vorgehalten.


Ansprechpartner

Nach Themen

Fragen zur Zuweisung und Aufnahme
Nico Wahl
Telefon: 07726 668-017  |  Fax: 07726 668-662  |  E-Mail

Fragen zur Indikation und Behandlung
Dr. med. Marianne Ledwon-Feuerstein
Telefon: 07726 9390-205  |  Fax: 07726 9390-290  |  E-Mail

Fragen an die Geschäftsleitung
Dipl. Kfm. Sven Wahl
Telefon: 07726 668-017  |  Fax: 07726 668-010  |  E-Mail


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